Freitag, 7. november 2008
Katrin
Was den Unterricht anging, war der Tag ganz gemütlich. Wir hatten eine Stunde Unterricht, kein YMCA Studies, keine Physical Education. Dafür kam Femke und wir hatten eine kurze,
aber gute Zeit zusammen. Am Donnerstag wird sie zurück in die Netherlands fliegen.
Nach dem Mittagessen bin ich mit Kirian Musikinstrumente kaufen gefahren. Und ich bin fast gestorben vor Angst auf seinem Renn-Motorbike. Wie bekloppt ist er quer durch jede kleine Lücke durch.
5Cm auf jeder Seite zwischen zwei Bussen ist ja genug! *aaah*
Um die Kurven lagen wir fast auf der Straße und als Sand dazu kam, sind wir schließlich tierisch weg gerutscht. Aber er hatte es gut unter Kontrolle. Und mit 80 km/h und ohne Helm auch nicht so
lustig. Ich war wirklich froh, als ich mit beiden Beinen stehend wieder heil im UTC ankam. Aber zumindest haben wir jetzt ein Geschenk für Henne und auch was für mich. Danach war
Gender-Body-Meeting. Na ja, sie brauchen sich eigentlich gar nicht wundern, dass keiner oder nur wenige kommen. Die stundenlangen Diskussionen kann man sich echt sparen! Wenn sie effizient
arbeiten würden, brauchten sie statt 4h nur eine Stunde. Aber jeder muss ja alles fünfmal sagen, es könnte doch ein neues Wort dabei sein! Und es geht eh immer nur um Essen, Geld und wer hat
Recht. Und als dann noch eine Gruppe eher ging, weil sie ein Meeting hatten, war ein Pulverfass offen. Wenn einige von ihnen aufdrehen, kann man aber auch denken, die springen einem gleich an. Na
ja, genau als es darum ging, dass das General-Body-Meeting von keinem verpasst oder eher verlassen werden darf, mussten Torsten und ich gehen, weil wir für den Abend, an welchem Solomons und
Rinis Family von uns bekocht wurden, kochen wollten. Das war sehr lustig und länger hätte ich es im GBM auch nicht ausgehalten! Als wir anfingen, war nur Bekki da. Aber nach einigen Minuten
sprangen Sammy (Rinis Tochter) und zwei ihrer Freundinnen um uns herum. Und natürlich durften sie auch von allem schon beim Kochen kosten. Das gehört sich ja so! Es war ein sehr netter Abend und
heute Abend werde ich Solomons Frau das Rezept der Sauce aufschreiben. Ich glaube, unsere Tomatensauce ist ein bisschen wie Dal oder Samba. Du kannst alles rein packen, worauf du Lust hast.
Nach Spaghetti und Tomatensauce und Käse gab es dann noch Fruchtcocktail mit Vanillesauce. Als Solomons große Tochter Manuela (16) dann noch die Vanillesauce so aufessen durfte, war für sie der
Abend perfekt. Rini war sehr überrascht, denn wir kochen das auch extra für sie, denn sie mag e so gern und auch Käse. Die Sachen sind hier halt sehr teuer und deshalb können sie sich das
normalerweise nicht leisten.
Torsten
23:00 Uhr
Schon wieder ist ein Tag vorbei. Irgendwie war heute gar nichts los, die einzige Stunde, die wir hatten, war Bibel 1 und da durften (?) wir mehreren Vorträgen lauschen. Alles andere fiel aus,
sodass es ein erholsamer (das Wort nutze ich gerade sehr oft. Irgendwie erholsam!) Tag wurde. Das erste Highlight war der Besuch von Femke, die das letzte Mal (für dieses Mal) in Bangalore war.
Sie blieb leider nur 2 Stunden, trotzdem war es irgendwie eine schöne Zeit, wir hatten Bilder und Neuigkeiten ausgetauscht.
Am Nachmittag ging Katrin mit Kilian Solomon in die Stadt, Musikinstrumente kaufen, während ich die Ruhe nutzte, um ausgiebig zu schlafen. Als es dann nach nur 2 Stunden Schlaf an meiner Tür
klopfte, war ich gezwungen, den (erholsamen!) Schlaf zu beenden, da Solomon Benjamin nach mir verlangte. Als ich dann vollends aufgewacht war, Femke ihren Rucksack überreicht und Katrin, die just
in diesem Moment kam, begrüßt hatte, folgte ich Samson ins Office, wo Solomon Benjamin natürlich nicht mehr da war. So konnte ich das Internet nutzen und danach, da Solomon Benjamin immer noch
nicht kam, unverrichteter Dinge wieder abziehen, zum General Body Meeting (GB), die UTC VV (Vollversammlung), ein ewiger Kampf, 4 Stunden, die mit effektivem Arbeiten weniger als eine Stunde
brauchen würden. Die schlimmste Diskussion kam auf, als eine Gruppe vorzeitig das GB verließ, weil sie eine Chorprobe hatten. Mehr als eine Stunde (!) diskutierte man darüber, ob das sein dürfte,
ob es wieder vorkommen darf oder ob man denen, die (mündlich beim Hostelsekretär) abgemeldet waren, eine Geldstrafe auferlegen sollte, da sie das so eminent wichtige GB vorzeitig verlassen
hatten.
In diesen Meetings geht es sowieso immer nur um das selbe: das Essen. Jedes Mal die Diskussion über Qualität, Quantität, Sauberkeit, Geld, was es denn geben soll, ob die Köche so essen dürfen
oder dafür bezahlen sollen und was mit dem Rest der Bediensteten ist, wie sie bezahlen sollen und überhaupt. Andere Themen sind bisher eigentlich nicht vorgekommen, da es meistens sofort wieder
zum Essen oder irgendwelchen nahezu bedeutungslosen Diskussionen (s.o.) übergeht.
Nachdem Katrin und ich vorzeitig (!, mündlich beim Hostelsekretär abgemeldet) gingen, will ich nicht wissen, ob die Diskussion von vorne los ging. Wir mussten auf jeden Fall zu Rini, da wir heute
unseren großen Kochtag hatten. So schnitten, brutzelten und kochten wir Spaghetti mit Tomatensauce, Fruchtsalat (aus der Dose) und Vanillesauce. Sehr lecker, alle, auch viele Kinder (keine
Ahnung, woher die alle waren) und Solomon Benjamins Familie (die auch eingeladen waren) genossen es, wir hatten einen sehr schönen Abend mit viel Gelächter und einem guten Austausch.
Morgen Abend geht es weiter bei Solomon Benjamin, der alle YMCAler zu sich nach Hause eingeladen hat. Auch das wird sicher toll werden, es soll indisches Essen geben. Man darf gespannt sein.